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Newsletter vom 15.07.2013



Liebe Mitglieder und Freunde der BBA,

gerade erst hat der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage mit dem Titel „Fachkräftesicherung und Personalentwicklung – Ergebnisse, Auswertung und Auswirkungen auf das Recruiting der Zukunft“ veröffentlicht. Befragt wurden die GdW-Mitgliedsunternehmen nach aktuellen Maßnahmen und Herausforderungen bei der Personalrekrutierung und -entwicklung sowie nach erwarteten Problemen für die Zukunft.

Bei den Ergebnissen gibt vor allem die Anzahl der neu zu besetzenden Stellen Anlass zur Diskussion. So werden laut der Umfrage in den nächsten fünf Jahren allein in den befragten Wohnungsunternehmen 10.000 Stellen neu zu besetzen sein, die meisten von ihnen im kaufmännischen Bereich. Nach eigener Aussage bereitet den Wohnungsunternehmen jedoch die Besetzung von Stellen in technischen Abteilungen die größeren Sorgen, so erwarten in diesem Bereich rund 40% von ihnen für die nächsten Jahre einen Fachkräftemangel. Für das gesamte Personal fällt diese Prognose mit 30% zwar deutlich niedriger aus, bildet aber dennoch keinen Anlass für Jubelstürme. Vielmehr dürften diese Zahlen auf Grund ihrer Höhe dem ein oder anderen Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Ein neuer Trend? Mitnichten. 40% der Befragten hatten in den vergangenen Jahren bei der Besetzung offener Stellen Schwierigkeiten. Mit 66% war der Hauptgrund schlichtweg ein Mangel an qualifizierten Bewerbern. In einigen Fällen lagen sogar gar keine Bewerbungen vor. Es fehlt offenbar geeigneter oder interessierter Nachwuchs und zwar sowohl im Bereich der Ausbildung als auch bei der Besetzung von Stellen, die eine abgeschlossene Ausbildung und/oder andere Weiterbildungsabschlüsse erfordern. Hauptsächlich mangelt es also an jungen Menschen, die gerade am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen. Nun mag es sein, dass die Wohnungswirtschaft immer noch mit ihrem Image kämpft, doch sind Jobsicherheit, geregelte Arbeitszeiten und stabiles Einkommen nicht ebenfalls relevante Faktoren, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten? Wo also liegen die Gründe dafür, dass sich so Wenige für eine Tätigkeit in der Immobilienbranche entscheiden?

Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick auf die Konkurrenz. Hört man sich bei jungen Menschen nach den begehrtesten Arbeitgebern um, wird eines schnell deutlich: Branchen wie die Automobilindustrie, der Finanzsektor und auch die Pharmaindustrie gelten häufig als sehr viel attraktiver.

 

Zur Begründung: Sie locken mit ausgeklügelten Personalentwicklungskonzepten. Sie bieten gut ausgebildeten jungen Menschen nicht nur eine Ausbildung, sondern gleichzeitig auch eine langfristige Perspektive.

Und genau hier muss die Immobilienwirtschaft den Hebel ansetzen. Die Generation der Nachwuchskräfte von heute fordert Fortbildungsmöglichkeiten bei ihren Arbeitgebern ein. Für 60% von ihnen ist dies sogar ausschlaggebend bei der Auswahl des Arbeitgebers. Laut der GdW-Umfrage haben 31% der Mitgliedsunternehmen diese Entwicklung erkannt und verfügen über ein eigenes Weiterbildungskonzept. Auch bei den Personalentwicklungskonzepten hat sich in den letzten Jahren einiges getan, diese sind mittlerweile bei 19% der Befragten im Einsatz. Beides gilt es jedoch auszubauen, im Zweifelsfall auch mit externer Unterstützung. Eine Erkenntnis, die sich auch bereits in Teilen der Branche durchsetzt, immerhin haben 22% externe Expertise eingekauft oder bekunden reges Interesse daran.

Im Gegensatz zu den positiven wenn auch etwas zögerlichen Entwicklungen im Bereich der Personalentwicklung hat es umso mehr erstaunt, dass lediglich ein Drittel der GdW-Mitglieder als Ausbildungsbetrieb tätig sind. Gerade hier ist m. E. mehr Engagement nötig, schließlich ist die Ausbildung die berufliche Weichenstellung für die Zukunft. Zwar gibt es auch in der Immobilienwirtschaft immer mehr Quereinsteiger aus anderen Branchen, jedoch gilt immer noch: Wer bei einem Unternehmen eine Ausbildung macht, bleibt – wenn auch nicht dem Unternehmen selbst – so doch in den meisten Fällen der Branche treu. Auch hier kann die Immobilienwirtschaft von anderen Branchen lernen. So werden in der Automobilindustrie große Teile der Belegschaft von Audi, VW, BMW und Mercedes selbst ausgebildet.

Es bleibt festzuhalten, dass unsere Branche über ein großes Potential verfügt, junge Menschen für sich zu begeistern und an sich zu binden. Dieses Potential muss sie jedoch noch besser abrufen. Das gelingt nur, wenn die eigenen Qualitäten nicht nur offensiver kommuniziert, sondern auch weiter ausgebaut werden. Der Blick über den Tellerrand und auf andere Branchen ist dabei nicht verkehrt und kann wichtige Impulse setzen. Es gibt viel zu tun. Packen wir es an!

Es grüßt herzlich
Ihr

 

Dr. Hans-Michael Brey

 

 

 


  
 

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